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Verkehr und Mobilität
Der Verkehrssektor ist weltweit der größte Verbraucher von fossilen Brennstoffen und zählt zu den größten CO2-Emittenten. Vor dem Hintergrund der Verknappung fossiler Energieträger und der Herausforderung des Klimawandels, erscheint es dringend notwendig den Verkehr effizienter zu gestalten. Dabei können grundsätzlich zwei Strategien verfolgt werden, die sich im besten Fall wechselseitig ergänzen. Einerseits gilt es, einen technologiegetriebenen Entwicklungspfad zu beschreiten, der zu Einsparpotenzialen beim Energieverbrauch beiträgt bzw. langfristig den Übergang zu nachhaltigen, regenerativen Antrieben ermöglicht. Andererseits ist darüber nachzudenken, wie neue Nutzungskonzepte zu Einsparungen beim Verkehrsaufkommen beitragen können. Um innovative Verkehrs- und Mobilitätsstrategien zu entwickeln muss es das Ziel sein diese beiden Forschungsansätze zusammenzuführen. Für die Entwicklung zukünftiger energieeffizienter Verkehrstechnologien und –konzepte müssen die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen zum Ausgangspunkt der Überlegungen gemacht werden – dies ist in der Vergangenheit zu wenig geschehen. Bei der Erforschung gegenwärtiger und zukünftiger klimagerechter Individualmobilität gilt es mithin einen Perspektivenwechsel vorzunehmen, neue Wege zu beschreiten. Der Mensch im Mittelpunkt technischer Systeme sollte folglich das Motto der Verkehrssystemforschung heißen.
Erste Forschungsergebnisse zeigen dabei, dass neue klimagerechte Verkehrstechnologien sich sowohl mit spezifischen Mobilitätsanforderungen der Nutzerinnen und Nutzer wie auch mit eingeschliffenem Nutzungsverhalten konfrontiert sehen, die mitunter im Widerspruch zueinander stehen können. Da die Entwicklung neuer Mobilitätsroutinen sehr entscheidend von der Bewertung neuer Problemlösungen abhängt, lassen sich durch die Methoden der empirischen Mobilitätsforschung schon frühzeitig mögliche Schwierigkeiten der Nutzung von neuen Technologien und Nutzerkonzepten erkennen und lösen.
Ein wichtiger Baustein einer zukunftsorientierten Mobilität ist die Elektromobilität [siehe auch ‚Nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität der Bundesregierung‘, August 2009]. Sie bietet die Chance die Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren, die Emissionen zu minimieren und die Fahrzeuge besser in ein multimodales Verkehrssystem zu integrieren. Darüber hinaus kann mit der Elektromobilität einer neuen Mobilitätskultur und einer modernen Stadt- und Raumplanung zum Durchbruch verholfen werden. Die Elektromobilität bedeutet für den Verkehrs- und Energiebereich einen Paradigmenwechsel. Doch haben wir es heute in der Hand, die richtigen Weichen für eine zukunftstaugliche Mobilität zu stellen und die offenen Fragen und Herausforderungen in einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess anzugehen und zu lösen.
Prof. Dr. Dr.h.c. Kurt Kutzler,
Präsident der TU-Berlin



