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Wie viel Auftrieb braucht der Mensch?
Otto Lilienthal – der erste Flieger der Menschheit: Sich wie ein Vogel in die Lüfte zu erheben ist ein uralter Menschheitstraum. Otto Lilienthal (1848 – 1896) weist den Weg zur Erfüllung dieses Traums. 1889 veröffentlicht er sein epochales Buch „Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst“. Erst danach macht sich der Unternehmer und Erfinder an den Bau von Gleitflugzeugen und beginnt mit eigenen Flugversuchen. In der Nähe seines Wohnhauses in Berlin-Lichterfelde lässt er sich einen „Fliegeberg“ errichten. Um längere Gleitflüge zu erzielen, unternimmt Lilienthal ab 1893 Flugversuche in den Rhinower Bergen im Havelland. Hier gelingen ihm Flüge über eine Distanz von bis zu 250 Metern. Am 9. August 1896 erfasst ihn bei seinen Flugübungen eine Bö. Lilienthal stürzt in den Rhinower Bergen ab und stirbt am nächsten Tag an den Folgen seiner Verletzungen in Berlin. Die Idee seiner Flugapparate wird von den Gebrüder Wright zum ersten motorbetriebenen Flugzeug weiterentwickelt.
Mit der „Condor“ in Rekordzeit nach New York: Am 10. August 1938 startet die viermotorige Focke-Wulf Fw 200 „Condor“ von Berlin-Staaken nach New York City. Sie erreicht im Direktflug New York in 24 Stunden und 56 Minuten. Dies entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 255,499 km/h. Auf dem Rückflug nach Berlin-Tempelhof wird die Strecke über den Atlantik in 19 Stunden und 55 Minuten zurückgelegt. Mit Westwind im Rücken wird eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 320,919 km/h erreicht. Beide Flüge werden als Flugweg-Rekorde anerkannt. Weltweit breitet sich der Luftverkehr, wie von Lilienthal erhofft, mit großer Geschwindigkeit aus. Lilienthals Vision allerdings, wonach die Entwicklung der Luftfahrt zum „ewigen Frieden“ führen würde, erfüllt sich nicht. Ein Jahr später bricht der Zweite Weltkrieg aus.
Ein neuer Großflughafen für Berlin und Brandenburg: Am 30. Oktober 2011 wird der Großflughafen Berlin-Brandenburg International im Südwesten der Stadt eröffnet. Er ersetzt die bisherigen innerstädtischen Flughäfen Tempelhof, Tegel und den alten Flughafen Schönefeld. Damit erhält Berlin neben Frankfurt am Main und München den drittgrößten Flughafen Deutschlands. Der Hauptflughafen wird nach dem früheren Bundeskanzler Willy Brandt (1913-1992) benannt. Nachdem bereits im Oktober 2008 das letzte Flugzeug von Tempelhof aus startete, schließt 2011 auch der bisherige Berliner Hauptflughafen Tegel, der den Namen „Otto Lilienthal“ trägt. Tempelhof ging durch die Luftbrücke, die zwischen 1948 und 1949 West-Berlin aus der Luft versorgte, in die Geschichte ein. Auf beiden Flughäfen soll im Rahmen der künftigen Nutzung auch an die Anfänge der Luftfahrt und ihren Einfluss auf die Geschichte der Stadt erinnert werden. Auf dem modernen Großflughafen BBI werden jährlich 27 Millionen Passagiere erwartet.
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