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Museum für Naturkunde

- Museum für Naturkunde
200 Jahre Forschen, Sammeln, Bewahren und Vermitteln – Das Berliner Museum für Naturkunde ist weltweit eines der wenigen Museen, dessen Sammlungen über 30 Millionen Objekte zählen. Wertvollste Objekte der wissenschaftlichen Sammlungen sind Zehntausende von Typusexemplaren, jenen Tieren der Vergangenheit und Gegenwart, die der Namensgebung der jeweiligen Arten zugrunde liegen und für die Forschung besonders wichtig sind. In den Ausstellungen werden einmalige Schätze präsentiert.
Mit seinen Forschungsarbeiten liefert das Museum unter dem Leitthema "Evolution der Erde und des Lebens" wichtige Beiträge zu mehr als 4,5 Milliarden Jahren Erd- und Lebensgeschichte. Die hier betriebene, national und international vielbeachtete Forschung hat das Museum für Naturkunde Berlin zu einer der bedeutendsten naturwissenschaftlichen Institutionen der Welt und zu einem Mitglied der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz gemacht.

- Prof. Dr. Reinhold Leinfelder
Gespräch mit dem Generaldirektor des Museums für Naturkunde, Prof. Dr. Reinhold Leinfelder
Was führte zur Gründung des Naturkundemuseums?
Mit Gründung der Berliner Universität im Jahr 1810 wurden auch die in der Region verstreuten Naturkundesammlungen per Dekret integriert. Dies geschah auf Anregung von Wilhelm und Alexander von Humboldt. Das Museum für Naturkunde Berlin war damit von vornherein eine Forschungssammlung, die auch Bildungszwecken zur Verfügung stand.
Welche Rolle kann und will das Naturkundemuseum in der Zukunft spielen?
Wir fühlen uns dem Sammeln, Forschen und Veröffentlichen der Forschungsergebnisse (auch) in öffentlichen Ausstellungen verpflichtet. Besonders wichtig ist uns die Authentifizierung der Forschung mit Hilfe von Originalobjekten und die Partizipation der Besucher. Sie können auf ihre ganz persönliche Entdeckungsreise gehen.
Welche Rolle spielt das Naturkundemuseum im Kontext der Museen allgemein, im Kontext der Berliner Museen im Besonderen?
Naturkundemuseen vermitteln nicht nur komplexe Abläufe der Erdgeschichte, der biologischen Vielfalt und der Evolution, sie zeigen auch den Wissenschaftsprozess selbst. Kultur- und technikgeschichtliche Museen ermöglichen Vertrauensbildung in die Leistungs- und Anpassungsfähigkeit der Gesellschaft, Historische und kunstgeschichtliche Museen reflektieren den Diskurs kultureller Entwicklungen. Die Berliner Museumslandschaft, in der alle Beteiligten immer besser kooperieren, ist schon jetzt ein Forum, das die Absichten des Humboldt-Forums im zukünftigen Schloss vorwegnimmt.
Was und auf welche Art feiert das Naturkundemuseum im Jahr 2010?
Das Museum für Naturkunde hat die Berliner Wissenschaftslandschaft entscheidend mitgeprägt und wird deshalb sein 200-jähriges Bestehen mit einer großen Jubiläumsausstellung zu 200 Jahren Forschung im gesellschaftlichen Kontext feiern. Höhepunkt ist die Eröffnung des nach 60 Jahren wieder aufgebauten Ostflügels des Museums. Von der über sechs Stockwerken verteilten Nasssammlung werden die in Alkohol konservierten Objekte des untersten Stockwerks als authentische Forschungssammlung auch den Museumsbesuchern erstmalig dauerhaft zugänglich sein.

