Die Max-Planck-Gesellschaft

Max-Planck-Gesellschaft

Die Max-Planck-Gesellschaft feiert 2010 die Gründung ihrer Vorläuferorganisation, der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. Diese wurde am 11. Januar 1911 als neuartige Forschungsorganisation in Berlin ins Leben gerufen So entstand das sogenannte „Berliner Oxford“ in Dahlem, welches sich anhand reiner Grundlagen-Forschungsinstituten ohne Verpflichtung zur Lehre präsentierte. Insgesamt 32 Nobelpreisträger hat die Max-Planck-Gesellschaft als Folgeinstitution seitdem hervorgebracht. Sie ergänzt die Arbeit der Universitäten und anderer Forschungsinstitutionen auf wichtigen Forschungsfeldern. Ihre Institute sind drei Sektionen zugeordnet: Der chemisch-physikalisch-technischen, der biologisch-medizinischen sowie der geistes-, sozial- und humanwissenschaftlichen.

 

Gespräch mit dem Direktor des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte, Prof. Dr. Jürgen Renn

Prof. Dr. Jürgen Renn

Was führte zur Gründung der Max-Planck-Gesellschaft?

Die MPG wurde 1948 gegründet und ist nach dem großen Physiker Max Planck benannt. Sie knüpfte an eine Vorgängerorganisation an, die auf einen kaiserlichen Beschluss aus dem Jahre 1910 hin im Januar 1911 in Berlin gegründete Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (KWG). Heute betreibt die MPG 80 Forschungsinstitute hauptsächlich in Deutschland mit über 23.000 Mitarbeitern. Die Institute widmen sich der Grundlagenforschung in den Natur-, Bio-, Geistes- und Sozialwissenschaften im Dienste der Allgemeinheit.

Welche Grundsätze bestimmen ihre Forschung?

Die MPG greift neue, besonders innovative Forschungsrichtungen auf, die an den Universitäten in Deutschland noch keinen angemessenen Platz gefunden haben oder wegen ihres interdisziplinären Charakters nicht in das Organisationsgefüge der Universitäten passen. Mit ihrer Vielfalt an natur- und geisteswissenschaftlichen Themen ergänzen die Max- Planck-Institute (MPIs) damit die Arbeit der Universitäten und anderer Forschungsinstitutionen auf wichtigen Forschungsfeldern.

Wie unterscheidet sich die heutige MPG von ihrer Vorläuferorganisation, der KWG? Welche Zielsetzungen verfolgt sie in der Zukunft?

In den Grundsätzen knüpft die MPG an die Traditionen der KWG an. MPIs wie seinerzeit die Institute der KWG entstehen um weltweit führende Spitzenforscher herum, sind interdisziplinär ausgerichtet und in hohem Maße international vernetzt. Die MPG passt sich ständig an die sich verändernden wissenschaftlichen Erfordernisse an, indem sie neue Forschungsthemen aufgreift und herausragende Wissenschaftler an bestehende Institute beruft, die Arbeitsrichtung von Instituten neu definiert, neue Institute gründet. Neues Wissen an den Frontlinien des Erkenntnisprozesses zu gewinnen, an denen die Forschung die größte Kompetenz und den größten Einsatz erfordert, aber auch den größten, innovativsten Erfolg verspricht – darin liegt auch in Zukunft die Herausforderung für die MPG.

Welche Beziehungen bestehen zwischen den Instituten der MPG und den Universitäten in Berlin?

Alle Berliner MPIs haben sehr enge Kooperationen mit den Universitäten. Ihre Direktoren und Wissenschaftler sind u.a. dort auch als Honorarprofessoren tätig. Die Qualität der gemeinsamen Forschung wurde auch durch die Erfolge in der Exzellenzinitiative honoriert, zu der die MPIs einen wichtigen Beitrag geleistet haben. So ist das Institut für Wissenschaftsgeschichte am Exzellenzcluster TOPOI beteiligt und wird gemeinsam mit den drei Berliner Universitäten ein internationales Zentrum für Wissensgeschichte etablieren.

Wie wird sich die MPG im Wissenschaftsjahr 2010 präsentieren?

Die MPIs werden eine Vielzahl öffentlicher Veranstaltungen anbieten, die den interessierten Bürgern Einblick in die Institute, in aktuelle Forschungsprojekte und das Arbeiten in der Grundlagenforschung ermöglichen. Mit wissenschaftshistorischen Stadtspaziergängen werden wir den Wissenschaftsstandort im Berliner Südwesten vorstellen und außerdem ist die MPG mit Forschungsbeiträgen an der Ausstellung „WeltWissen“ beteiligt. Im Januar 2011 feiert die MPG die Gründung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft mit einer eigenen Festwoche.