Die Humboldt-Universität zu Berlin

Humboldt-Universität zu Berlin

Die Humboldt-Universität zu Berlin erinnert 2010 an die Gründung der Berliner Universität im Jahre 1810. Forschung und Lehre, aufs Engste verbunden, die Freiheit der Wissenschaft und die Entfaltung der Persönlichkeit, das waren die Leitbilder Wilhelm von Humboldts, als er die Berliner Universität gründete. Seine zukunftsweisende Konzeption ist Vorbild für die moderne Universität geworden – und die Humboldt-Universität zu Berlin versteht sich heute als das „moderne Original“.
Jedes Jahr beginnen 3.000 bis 5.000 junge Menschen ihre Hochschulausbildung an der Humboldt-Universität und werden dabei von über 400 Professorinnen und Professoren betreut.
29 Nobelpreisträger, eine regelmäßige Platzierung auf einem der ersten zehn Plätze in nationalen Forschungsrankings und nicht zuletzt die in der Exzellenzinitiative des Bundes erfolgreichen drei Exzellenzcluster sowie fünf Graduiertenschulen belegen, dass die Humboldt-Universität auch heute zu den führenden Forschungsuniversitäten Deutschlands zählt.

 

Gespräch mit dem Präsidenten, Prof. Dr. Dr.h.c. Christoph Markschies

Prof. Dr. Dr.h.c. Christoph Markschies

Welche Ereignisse führten zur Gründung der Berliner Universität?

Die Etablierung des Königreichs Preußen unter dem Einfluss Napoleons im Jahr 1806 führte zu einer umfassenden Reformierung und Modernisierung des preußischen Staatswesens, die sich auch auf den Bildungsbereich ausdehnte. Der preußische Staatsbeamte Wilhelm von Humboldt wurde im Zuge der Preußischen Reformen zum „Bildungsminister“ berufen und empfahl dem König von Preußen, Friedrich Wilhelm III, die Einrichtung einer Universität. Am 6. Oktober 1810 schrieben sich die ersten Studenten in die Berliner Universität ein.

Wodurch unterscheidet sich die Humboldt-Universität von anderen Hochschulen in Deutschland und weltweit?

Als Reformuniversität wurde die erste Berliner Universität weltweit zum Inbegriff einer gelungenen und nachhaltig praktizierten Vereinigung von Forschung und Lehre. Auch heute - nach 200 Jahren - versteht sich die Humboldt-Universität als eine Institution mit Tradition, die Fortschritt und Wandel als Selbstverständlichkeit versteht – als »das moderne Original«.

Welchen Einfluss haben die Brüder Humboldt noch heute auf die Humboldt-Universität?

Wilhelm von Humboldt war ein mutiger Reformer, der auch in einer desolaten finanziellen Situation nicht davor zurück schreckte, große Reformprojekte in Angriff zu nehmen. Daran orientiert sich die Humboldt-Universität auch heute. Der Naturforscher Alexander von Humboldt war mit seinem Blick über den preußischen, gar europäischen Tellerrand hinaus ein Vorreiter für alle Kommunikation von Wissenschaft. Beide Humboldt Brüder waren Wegbereiter unserer heutigen Bemühungen, Spitzenforschung mit unserem gesellschaftlichen Bildungsauftrag zu verbinden und in der Öffentlichkeit zu verankern. Durch Veranstaltungen wie unsere Reihe „Humboldt-Streitgespräche“ und Großprojekte wie das Humboldt-Forum setzen wir dies konkret um.

Wie werden die Gründungsideen in der Zukunft umgesetzt?

Die Humboldt-Universität strebt auch weiterhin nach einer engen Verzahnung von exzellenter Forschung mit der Lehre, denn nur eine enge Verbindung beider bietet eine solide Grundlage für eine zukunftsorientierte Universität. Im ersten Exzellenzwettbewerb war die Universität bereits mit mehreren Graduiertenschulen und Exzellenzclustern erfolgreich, und auch diverse Rankings demonstrieren, dass an der Universität herausragende Forschung geleistet wird. Diese Erfolge sind für uns Ansporn und Auftrag zugleich, die enge Verbindung von Forschung und Lehre auch in der Zukunft lebendig zu halten und immer wieder neu zu gestalten.

Wie präsentiert sich die HU im Wissenschaftsjahr 2010?

Gemeinsam mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Charité – Universitätsmedizin beteiligt sich die Humboldt-Universität mit vielfältigen Veranstaltungen am Berliner Wissenschaftsjahr. Insbesondere in unserer gemeinsamen Hauptfestwoche im Oktober 2010 werden wir bei einem Festakt und anschließendem Konzert in der Philharmonie den Höhepunkt unseres Jubiläums begehen. Es ist uns ein besonderes Anliegen, vor allem mit Veranstaltungen in die Öffentlichkeit zu treten, die die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft fördern und die Forschung an der Humboldt-Universität einer größeren Öffentlichkeit zugänglich machen.