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Ein ganzes Jahr Geburtstag der Wissenschaften in Berlin
Mit rund 600 geladenen Gästen feierte der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, am 10.01.2011 den Abschluss des Berliner Wissenschaftsjahres im Martin-Gropius-Bau und verlieh den Berliner Wissenschaftspreis 2010. Hier endete am Sonntag die Jubiläumsausstellung „WeltWissen“ über 300 Jahre Wissenschaftsgeschichte in Berlin, die als Gemeinschaftsprojekt der Jubilare seit 24. September 2010 zu sehen war. 70.000 wissensdurstige Berlinerinnen und Berliner kamen und staunten unter anderem über das 15 Meter hohe Wissensregal des amerikanischen Künstlers Marc Dion. Ein passender Ort also, um den Abschluss eines mit mehr als 1.000 Veranstaltungen und Angeboten gefüllten Jahres zu begehen und ein schöner Rahmen für die Verleihung des Berliner Wissenschaftspreises 2010.
Fragen zur Wissenschaft






Vertragen sich Erde und Mensch?
Seit jeher steht der Mensch unter dem Einfluss von Geo-Risiken wie z.B. Erdbeben, Überschwemmungen oder Vulkanismus. Gleichzeitig hat er die Erde zeitlebens genutzt, sie ist sein Lebensraum. Die Steinzeit ging nicht zu Ende, weil es keine Steine mehr gab, sondern weil der Mensch seine Techniken kontinuierlich weiterentwickelte und die Ressourcen der Erde erfinderisch für sich zu nutzen wusste. Durch seine Eingriffe in das System Erde ist der Mensch jedoch selbst zu einem relevanten Faktor geworden. Das System Erde wurde im Laufe der Jahrmillionen zum System Erde – Mensch.
Naturkatastrophen, Rohstoffversorgung und Klimawandel – dieses ist nur eine Auswahl von aktuellen Geothemen, die die menschliche Gesellschaft vor existenzielle Fragen stellen und neue Denk- und Lösungsansätze von der Wissenschaft verlangen. Mit der Koordinierungsplattform Geo.X vernetzen sich die Geowissenschaften in Berlin und Potsdam und bieten vielfältige Ansatzmöglichkeiten zum Management des Systems Erde – Mensch zu arbeiten.
Geo.X ist eine gemeinsame Plattform der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, dem Museum für Naturkunde in Berlin, der Technischen Universität Berlin, der Universität Potsdam und dem Deutschen GeoForschungsZentrum.
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Warum zeigt der Mensch Gefühle?
Cluster „Languages of Emotion“ der Freien Universität Berlin: Ob in den Künsten, in der Politik oder in zwischenmenschlichen Beziehungen – Gefühle bestimmen unser Leben. Um das komplizierte Zusammenspiel von biologischer Disposition, gelerntem Verhalten und gesellschaftlicher Gestaltung genauer zu verstehen, haben sich in Berlin Forscher aus mehr als 20 Disziplinen zusammengeschlossen. Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaftler diskutieren Grundfragen der Emotionsforschung und entwickeln neue Fragestellungen, die an der Schnittstelle mehrer Disziplinen angesiedelt sind. Im Zentrum steht dabei die Erforschung des Zusammenhangs zwischen Sprache und Gefühlen. Gerade die Aufmerksamkeit für Sprachen – eingeschlossen sind hier alle Zeichenpraktiken, also auch Bilder, Musik oder Gestik – trägt dazu bei, dass auch komplexe affektive Verhaltensweisen wie Scham, Trauer, Bewunderung oder Coolness in den Blick genommen werden können.
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Was wäre Hollywood ohne Mathe?
Keine animierten Filme ohne Mathe: Ohne Spezial-Effekte, die am Computer entstehen, sind aufwendige Kino- und Fernsehfilme heute kaum noch denkbar. Aber auch die Hersteller von Computerspielen brauchen diese Effekte, damit Superhelden durch die Luft fliegen, Zauberstäbe Funken sprühen oder Ungeheuer den Eindruck erwecken, als würden sie hier um die Ecke leben. Wie aber entstehen diese Fiktionen?
Dahinter steckt sehr viel Arbeit und Können, zunächst einmal von Mathematikern. Denn ohne Mathe geht auch hier gar nichts. Einer der Mathematiker, der diese positive „Effekthascherei“ besonders gut beherrscht, ist Konrad Polthier, Mitglied im DFG-Forschungszentrum MATHEON und Professor an der FU Berlin. Seine Aufgabe bei der Simulation realistisch wirkender Effekte ist die Verpackung physikalischer Methoden und Verfahren, die dann auf ganz beliebige Effekte anwendbar sind. Manche physikalischen Phänomene wie Wasser, Feuer oder Wind geben bis heute große Probleme auf. Aber auch hier gehören die Algorithmen von Konrad Polthier weltweit zu den besten, unschlagbar sind sie in der Schnelligkeit: Bei der Herstellung von Filmen ein erheblicher Kostenfaktor.
Das MATHEON ist ein Zusammenschluss von Mathematikerinnen und Mathematikern der drei Berliner Universitäten TU, FU und HU sowie dem Zuse- und dem Weiherstraß-Institut und ein weltweit anerkanntes Vorzeigeprojekt für angewandte Mathematik. Etwa 200 ForscherInnen arbeiten im MATHEON in ca. 80 Projekten aus den Bereichen Lebenswissenschaften, Optimierung von Netzen, Produktion, optische Komponenten, Finanzen, Visualisierung und Bildung.
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Wie viel Auftrieb braucht der Mensch?
Otto Lilienthal – der erste Flieger der Menschheit: Sich wie ein Vogel in die Lüfte zu erheben ist ein uralter Menschheitstraum. Otto Lilienthal (1848 – 1896) weist den Weg zur Erfüllung dieses Traums. 1889 veröffentlicht er sein epochales Buch „Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst“. Erst danach macht sich der Unternehmer und Erfinder an den Bau von Gleitflugzeugen und beginnt mit eigenen Flugversuchen. In der Nähe seines Wohnhauses in Berlin-Lichterfelde lässt er sich einen „Fliegeberg“ errichten. Um längere Gleitflüge zu erzielen, unternimmt Lilienthal ab 1893 Flugversuche in den Rhinower Bergen im Havelland. Hier gelingen ihm Flüge über eine Distanz von bis zu 250 Metern. Am 9. August 1896 erfasst ihn bei seinen Flugübungen eine Bö. Lilienthal stürzt in den Rhinower Bergen ab und stirbt am nächsten Tag an den Folgen seiner Verletzungen in Berlin. Die Idee seiner Flugapparate wird von den Gebrüder Wright zum ersten motorbetriebenen Flugzeug weiterentwickelt.
Mit der „Condor“ in Rekordzeit nach New York: Am 10. August 1938 startet die viermotorige Focke-Wulf Fw 200 „Condor“ von Berlin-Staaken nach New York City. Sie erreicht im Direktflug New York in 24 Stunden und 56 Minuten. Dies entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 255,499 km/h. Auf dem Rückflug nach Berlin-Tempelhof wird die Strecke über den Atlantik in 19 Stunden und 55 Minuten zurückgelegt. Mit Westwind im Rücken wird eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 320,919 km/h erreicht. Beide Flüge werden als Flugweg-Rekorde anerkannt. Weltweit breitet sich der Luftverkehr, wie von Lilienthal erhofft, mit großer Geschwindigkeit aus. Lilienthals Vision allerdings, wonach die Entwicklung der Luftfahrt zum „ewigen Frieden“ führen würde, erfüllt sich nicht. Ein Jahr später bricht der Zweite Weltkrieg aus.
Ein neuer Großflughafen für Berlin und Brandenburg: Am 30. Oktober 2011 wird der Großflughafen Berlin-Brandenburg International im Südwesten der Stadt eröffnet. Er ersetzt die bisherigen innerstädtischen Flughäfen Tempelhof, Tegel und den alten Flughafen Schönefeld. Damit erhält Berlin neben Frankfurt am Main und München den drittgrößten Flughafen Deutschlands. Der Hauptflughafen wird nach dem früheren Bundeskanzler Willy Brandt (1913-1992) benannt. Nachdem bereits im Oktober 2008 das letzte Flugzeug von Tempelhof aus startete, schließt 2011 auch der bisherige Berliner Hauptflughafen Tegel, der den Namen „Otto Lilienthal“ trägt. Tempelhof ging durch die Luftbrücke, die zwischen 1948 und 1949 West-Berlin aus der Luft versorgte, in die Geschichte ein. Auf beiden Flughäfen soll im Rahmen der künftigen Nutzung auch an die Anfänge der Luftfahrt und ihren Einfluss auf die Geschichte der Stadt erinnert werden. Auf dem modernen Großflughafen BBI werden jährlich 27 Millionen Passagiere erwartet.
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Wie viel Festplatte braucht 1 Megabyte?
Ein Computer aus Kreuzberg – der Z1: der Gedanke kommt ihm bei der täglichen Arbeit: Man müsste eine Maschine konstruieren, um stupide Standardberechnungen weitgehend zu automatisieren. Der Berliner Bauingenieur Konrad Zuse (1910-1995), war bei den Henschel-Flugzeugwerken in Berlin-Schönefeld mit Rechenproblemen befasst, die er zu vermeiden trachtete. Er entwickelt die Idee eines programmierbaren digitalen Rechners. Dabei sollen Eingabe und Ausgabe in dezimaler Form erfolgen, der Rechner aber nach dem dualen System arbeiten. Im Wohnzimmer seiner Eltern in Kreuzberg beginnt Zuse 1936 mit dem Bau seiner „Z1“, einem rein mechanisch arbeitenden Rechner. 1938 ist „Z1“ fertig gestellt. Auch wenn dieser Rechner alle Merkmale eines heutigen Computers erfüllt, ist er nur für kurze Zeit einsetzbar. Die mechanischen Teile halten den Anforderungen an einen Dauerbetrieb nicht stand. Sowohl die Stifte als auch die Metallplättchen seiner „mechanischen Relais“ verbiegen sich.
Der erste Computer läuft – der Z3. Ist die „Z1“ noch Versuchsmodell, so gelingt mit dem „Z3“ der erste funktionsfähige Rechner. Alle mechanischen Teile hat Zuse durch elektrische Relais ersetzt. Sie geben dem Rechner die notwendige Stabilität. 1940 gründet er die Firma „Zuse-Apparatebau Berlin“, die ein Jahr später, mit Unterstützung der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, seine „Z3“ fertig stellt. Die Z3 besitzt 600 Relais im Rechenwerk und 1.800 Relais im Speicherwerk. 1944 wird die Firma, samt aller Rechner, bei einem amerikanischen Luftangriff zerstört. Ein Nachbau befindet sich heute im Deutschen Museum München. Kurz nach Zuses Z3 werden in den USA die ersten programmgesteuerten Rechner gebaut. Die ENIAC verwendet an Stelle von Relais erstmals Elektronenröhren und Kondensatoren. 1945 wird ENIAC im Rahmen des Manhattan-Projekts für den Bau der ersten Atombombe eingesetzt.
Berlin ist Vize-Weltmeister: Während sich der Computer als Rechenmaschine, Schreibmaschine, Daten- und Bildspeicher auf virtuelle Welten beschränkt, beginnt mit der Robotik der unmittelbare Eingriff des Computers in die reale Welt. Erste Einsatzgebiete liegen im Bereich der Produktionstechnik, weitere folgen in der Medizin und beim Militär. Die Weltraumfahrt ist ohne Roboter kaum vorstellbar. Neue Entwicklungen sind auf Erleichterungen im Alltag gerichtet, im Haushalt ebenso wie bei Versorgungssystemen. Auch als Spielgerät findet neben dem Computer der Roboter Verbreitung, nicht nur bei Kindern. Alljährlich treten Roboter beim RoboCup, der Fußball-Weltmeisterschaft, an – je nach Robotergrößen in unterschiedlichen Ligen: drei gegen drei auf dem Spielfeld. 2008 werden die „FUmanoids“ Vize-Weltmeister in der Liga der humanoiden Roboter beim RoboCup in Graz. 2010 kämpfen die Roboter der Freien Universität (FU) Berlin in Singapur um den Titel.
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Wo sieht man sein Herz in Berlin?
Mit einem der weltweit stärksten Magnet-Resonanz-Tomographen (MRT) für die medizinische Forschung gewinnen Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums (MDC) in Berlin-Buch neue Einblicke in die Entstehung von Herzkrankheiten.
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http://www.mdc-berlin.de/en/ecrc/Ultrahigh_Field_MR/WissenschaftBerlin2010.html
Veranstaltungen des Berliner Wissenschaftsjahr 2010
Alle Veranstaltungen des Berliner Wissenschaftsjahres 2010 finden Sie rechts in der Leiste unter Kalender oder hier.


